Veermaster Fondskommentar 12–2018

Über­ge­ord­ne­tes Umfeld:

  • Im Dezem­ber ver­stärk­te sich die Ner­vo­si­tät an den Kapi­tal­märk­ten. Nach der erwar­te­ten Zins­er­hö­hung der US-Noten­bank FED kam auch der bis dahin rela­tiv sta­bi­le US-Akti­en­markt stär­ker ins Rut­schen, der S&P 500 ver­lor über 9% im letz­ten Monat des Jah­res. Als „Leit­bör­se“ gab sie damit die Rich­tung welt­weit vor: der Dax büß­te über 6% ein, der Eurostoxx50 über 5% und der japa­ni­sche Nik­kei gar über 10%.
  • Die Anle­ger zeig­ten damit in einem ohne­hin belas­te­ten Umfeld eine Reak­ti­on auf die immer kla­rer wer­den­de Abschwä­chung des welt­wei­ten Wachs­tums – das Wort „Rezes­si­on“ mach­te ver­stärkt die Run­de. Der Han­dels­kon­flikt USA/China ist in der rea­len Wirt­schaft ange­kom­men. Die USA mögen auf dem Papier der stär­ke­re Geg­ner sein und in der Theo­rie als Gewin­ner die­ser Aus­ein­an­der­set­zung bereits fest­ste­hen. Aber Chi­na ist kein Geg­ner, der beim ers­ten Schlag zu Boden geht, so dass auch die USA den einen oder ande­ren schmerz­haf­ten Tref­fer hin­neh­men müs­sen. Dazu leis­tet man sich aus rein poli­ti­schen Grün­den und ohne Rück­sicht auf Ver­lus­te seit Weih­nach­ten noch einen „Regie­rungs-Shut­down“, ein Vor­gang, wel­chen man eher von einer Bana­nen­re­pu­blik erwar­tet und nicht von der Welt­macht USA. Die Schä­den für die Wirt­schaft wer­den mit jedem Tag, den die­se teil­wei­se oder kom­plett haus­ge­mach­ten Pro­ble­me anhal­ten, grö­ßer.
  • Aber auch auf unse­rer Sei­te des Atlan­tiks stößt man nach wie vor auf nen­nens­wer­te Unver­nunft und poli­ti­sche Spiel­chen. Der Brex­it geht in die Ver­län­ge­rung, wobei die Anle­ger mitt­ler­wei­le eher genervt denn ver­un­si­chert zu sein schei­nen. Dass der ita­lie­ni­sche Etat­streit mit der EU mit einem beid­sei­tig gesichts­wah­ren­den Kom­pro­miss aus­ge­gan­gen ist, ver­puff­te an den Akti­en­märk­ten. Das Mot­to zum Jah­res­en­de lau­te­te eher „bad news are bad news, good news are no news“ – und ver­stärk­te damit den Trend zu fun­da­men­ta­len Unter­be­wer­tun­gen.
  • Ins­ge­samt zeig­te das Finanz­jahr meist nega­ti­ve Ergeb­nis­se: Unter den Akti­en­märk­ten ver­lo­ren der S&P gut 6%, Dax und EuroStoxx50 ver­lo­ren gut 18% bzw. 14%. Der chi­ne­si­sche CSI300 büß­te 25% ein, Japan (Nikkei225) rund 12% und der Hong Kon­ger Hang Seng Index 13%.
  • Unter den Wäh­run­gen zeig­te sich der USD gegen­über dem Euro sta­bil und konn­te über 4% gewin­nen. Gold und Sil­ber konn­ten im Dezem­ber end­lich deut­li­cher von den Unsi­cher­hei­ten pro­fi­tie­ren, trotz­dem schlos­sen Gold leicht, Sil­ber deut­lich im Minus ab. Beson­ders kräf­tig ging es im Jah­res­ver­lauf für den Ölpreis nach oben, um dann umso kräf­ti­ger zu ver­lie­ren. Ein Jah­res­ver­lust von fast 25% blieb unter dem Strich übrig.
  • Schwie­ri­ge Zei­ten für Anle­ger, aber gera­de die­se Zei­ten tren­nen die Spreu vom Wei­zen. Auch wenn das Ver­hal­ten von Donald Trump häu­fig unkal­ku­lier­bar ist, erhöht jede schlech­te Nach­richt aus der Wirt­schaft die Wahr­schein­lich­keit, dass eine Eini­gung mit Chi­na näher rückt. Er könn­te, auch weil innen­po­li­ti­sche Tri­um­phe der­zeit aus­blei­ben, einen raschen „Deal“ gut gebrau­chen. Dies wird die Schwä­che­pha­se der Wirt­schaft nicht von heu­te auf mor­gen been­den, aber einen unnö­ti­gen Brems­klotz ent­fer­nen. Und soll­te die Eini­gung mehr als nur Sym­bol­po­li­tik sein, son­dern eine weit­rei­chen­de Öff­nung von Chi­nas Wirt­schaft für den Rest der Welt mit sich brin­gen, könn­te der öko­no­mi­sche Effekt den bis­her ange­rich­te­ten Scha­den über­kom­pen­sie­ren.
  • Euro­päi­sche und ins­be­son­de­re deut­sche Akti­en sind nun­mehr attrak­tiv bewer­tet. Ein­zel­ne zykli­sche Wer­te ver­zeich­nen Kurs­rück­gän­ge, als wäre eine Rezes­si­on bereits Rea­li­tät. Als Bei­spie­le sei­en die bei­den Dax-Wer­te Daim­ler und Cove­stro genannt, die etwa 40% bzw. 50% im Jah­res­ver­lauf 2018 ein­ge­büßt haben. Auch der US-Akti­en­markt hat „hei­ße Luft“ abge­las­sen und ist ver­ein­zelt sogar attrak­tiv bewer­tet. Aus die­ser Posi­ti­on her­aus darf man fun­da­men­tal begrün­det posi­tiv sein, dass – unge­ach­tet der ver­mut­lich wei­ter­hin star­ken Aus­schlä­ge – bes­se­re Bör­sen­zei­ten ins Haus ste­hen.

Der Veer­mas­ter Fle­xi­ble Navi­ga­ti­on Fund UI:

  • Der Fonds wies im Dezem­ber einen Rück­gang von ca. 4,9% auf.
  • Wir haben die Dax-Posi­ti­on über einen ETF wei­ter aus­ge­baut und Akti­en von Inno­gy, die einen Kurs­ge­winn und ein begrenz­tes Poten­ti­al aus­wie­sen, ver­äu­ßert.
  • Unse­re Edel­me­tall-Posi­tio­nen (Gold, Sil­ber und Pla­tin) haben wir wei­ter­hin unver­än­dert gelas­sen.
  • Die Kern-Wäh­rung des Fonds ist der Euro. Aber neben die­sem und fast natur­ge­mäß dem USD sind wir auch direkt oder indi­rekt in den Fremd­wäh­run­gen GBP, CHF, NOK, SEK, TRY, MXN und BRL inves­tiert.